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Neuseeland II: Das Beben und das Leben
Cris Fulton vor der Kathedrale von Christchurch Wenn er davon erzählt, dann gerät alles wieder ins Wanken. Der Oberkörper schwankt nach rechts, nach links. Er reißt die Arme hoch, zeigt, wie er sich festgehalten hat, als der Boden sich plötzlich wie Gummi anfühlte und alle Wände und Gewissheiten brüchig wurden. „Wie in einer Waschtrommel war das“, sagt Cris Fulton und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich habe gedacht, das Haus stürzt über mir zusammen und ich
vor 16 Stunden4 Min. Lesezeit


Neuseeland: Hundertwasserspülung
Das Wahrzeichen von Kawakawa. „It`s Handawassa“, sagt ein junger Kunstkenner und wischt sich die nassen Hände an der Hose ab. Für eine dringend notwendige Pause hat er sein Auto neben dem Highway No. 1 hoch oben in Neuseelands Norden geparkt - und ist mitten hineingestolpert in die größte Attraktion der Region, ein Werk von Weltruf. Denn in Kawakawa steht ein echter Hundertwasser, mit bunt gekachelten Säulen und Wänden, gekrönt von einer goldenen Kugel, mit schrägen Linien un
24. März4 Min. Lesezeit


Australien III: Sympathie für den Teufel
Freddy, der Tasmanische Teufel Mit der haarigen Keule dieses Wallabys ist Freddy fix fertig. Die Ohren leuchten in Signalrot vor Erregung, das Maul reißt er so weit auf, dass man die spitzen Vorderzähne sieht und dahinter einen dunklen Schlund. Schnell ist das Fleisch verspeist, danach knackt er die Knochen und zermahlt sie ohne Mühe. Am Ende verschlingt er noch die Fellreste, bis wirklich nichts mehr übrig ist. Der Teufel hat sein Mahl beendet. Nun leckt er zufrieden seine P
14. März4 Min. Lesezeit


Australien II: Man spricht Deutsh
Heidi und Herman beim Musizieren in Hahndorf Am besten schmeckt die Haxe mit Musik. Für den Wirt von Hahndorf ist das die goldene Regel, und deshalb serviert er zur deutschen Küche auch deutsche Kultur. Wie an jedem Wochenende sind auch heute wieder „Heidi & Herman“ für den Sauerkraut-Sound zuständig. Während die Gäste an den Knochen schaben, spielen sie die Hits der alpenländischen Volksmusik. Herman am Akkordeon, Heidi an den Almglocken und am Bariton-Horn. Er in Lederhose
7. März3 Min. Lesezeit


Australien: Das große Nichts
Der magische Monolith im Zentrum des Kontinents „Die Alten sangen ihren Weg durch die ganze Welt. Sie sangen die Flüsse und Bergketten, die Salzpfannen und Sanddünen. Sie jagten, aßen, liebten, tanzten, töteten: wo immer ihr Pfad hinführte, hinterließen sie eine musikalische Spur.“ Aus Bruce Chatwin: Traumpfade. The Songlines. 1987 Rot ist das Herz, und rot ist die Erde. Rot ist alles im Zentrum Australiens. Durchs rostrote Land führt ein schmales graues Band, eine zweispurig
24. Feb.3 Min. Lesezeit


Indonesien: Weihnachten im Tempel
Der Heilige Rudolph von Yogyakarta Dieses Jahr sind wir zu Weihnachten im Tempel gewesen. Yogyakarta, das alle nur Jogja nennen, ist ja berühmt für seine alten Sakralbauten, für den buddhistischen Borobudur und den hinduistischen Prambanan. Wuchtig und filigran zugleich sind diese Tempel, beeindruckend und zweifelsfrei von erhabener Heiligkeit. Im Borobudur wurden wir von einem Rentier mit rotem Glöckchen um den Hals empfangen. Im Prambanan dudelte Jingle Bells in Endlosschle
25. Dez. 20253 Min. Lesezeit


Malaysia: Tea Time in Tanah Rata
Teeplantage in den Cameron Highlands Wer etwas auf sich hält in diesem Königreich, der sitzt irgendwann zwischen drei und fünf beim Tee. Die Tea Time am Nachmittag wird in einem feineren Hotel in George Town genauso gepflegt wie im rustikalen Lord‘s Café an der Hauptstraße von Tanah Rata. Dort füllt sich zur gebotenen Zeit die Gaststube wie von Zauberhand, und zum Tee werden butterweiche Scones gereicht, mit Sahne und mit selbst gemachter Erdbeerkonfitüre. Very british - und
12. Dez. 20254 Min. Lesezeit


Thailand II: Kunst aus der Küche
Peti und Nate Kulsirorut in ihrem Restaurant „Hemlock“ Draußen ist das lärmende Bangkok, die Khaosan Road liegt ums Eck mit den fliegenden Händlern und den Saufschuppen. Drinnen läuft Jazzmusik, Kunst hängt an den Wänden und der Wein ist von ausgesuchter Qualität. Draußen gibt es für neugierige Touristen knusprige Kakerlaken oder Maden am Spieß. Drinnen wird „authentische Thai-Küche“ nicht nur versprochen, sondern auch serviert. „Vier-Sterne-Essen zum Ein-Sterne-Preis“, sagt
1. Dez. 20254 Min. Lesezeit


Philippinen II: Bis zum letzten Hahnenschrei
„Am Samstag gibt es Hahnenkampf“, so wird im Dorf geraunt. „Oben im Norden, in Langub“, sagt einer. „Komm am besten um eins“, sagt ein anderer. Wie ein Geheimnis wird das gehandelt. Dabei ist der Hahnenkampf das lauteste, grellste und beliebteste Spektakel auf den Philippinen. Samstagmittag also, pünktlich um eins. Der Wind treibt dunkle Wolken über Malapascua, eine nur zwei Kilometer lange Insel in der Visayas-See. Die Fahrt mit dem Moped geht durch dichten Wald und tiefe Pf
19. Nov. 20254 Min. Lesezeit


Philippinen: Surfin´ San Juan
Will Esperanza am Strand Am Morgen eines endlich einmal wieder sonnigen Tags sitzt Will Esperanza auf seinem blauen Brett am Strand, tropfnass noch und mit Blick aufs Meer. Der Tag hat sich gut angelassen: Mit zwei Kunden aus Lettland ist er schon früh hinaus gepaddelt und hat sie eingewiesen in die wunderbare Welt der Wellen. Nicht besonders hoch sind sie hier, aber dafür besonders lang. Da steht man oben und reitet sie fast bis zum Strand. Wenn man‘s kann - so wie Will Espe
9. Nov. 20254 Min. Lesezeit


Vietnam: Besuch bei Onkel Ho
Souvenirshop in Hanoi Wer zu ihm will, muss früh auf- und lange anstehen. Muss sich auf jedem Meter gängeln lassen von uniformierten Wachen. Muss eine strenge Kleiderordnung und rigide Verhaltensregeln beachten: kein Kaugummi, keinen Hut auf dem Kopf, keine Hände in den Taschen. Auf dem Weg zu ihm sieht man Springbrunnen und wird mit Musik beschallt. Sieht viele rote Fahnen, viel Hammer und viel Sichel. Auf einem ausgerollten roten Plastikflor wandelt man hinein in einen Säul
17. Okt. 20254 Min. Lesezeit


Laos II: Berlin? Bearlin!
Lan Douang Simma und ihre Bearlin-Bungalows Die garantiert beste Currywurst in Indochina serviert Lan Douang Simma auf ihrer grün-umrankten Terrasse. Perfekte Pommes, einen grandiosen Bergblick und ein fröhliches Lachen gibt‘s noch dazu. Die Soße ist selbstgemacht, die Wurst - mit Darm! - außen kross und innen saftig. Für Reisende ist das ein kleiner Küchengruß aus der Heimat. Für Lan ist es ein Brückenschlag von einem Leben ins andere. Vom Leben in Laos zum Leben in Deutschl
2. Okt. 20254 Min. Lesezeit


Georgia: Europe, seen from the balcony
Demonstration for democrazy in Tbilisi From a low wall diagonally opposite, there’s a good view of the Georgian parliament: a carefully tended strip of green, bubbling fountains of water, columns of the Stalinis monument, and yellow tape cordoning off the entire area. “Do not cross” is even printed in English. The parliament has been declared a restricted area, at least temporarily, on this scorching midday. A few camera crews have set up adjacent to the barrier tape - anythin
2. Okt. 20253 Min. Lesezeit


Turkey II: Trainspotting
The Dogu Ekspresi from Ankara to Kars It’s still light, the air still hot, when the conductor at Ankara train station gives the signal for departure. At 6 PM, the Dogu Ekspresi sets off. On time, of course. The name indicates the direction: this is the train heading east, from the capital to the end of the Turkish world, to Kars on the border with Armenia. Crossing Anatolia, a route of 1,310 kilometers, with 47 stations and a journey time of 26 hours. If it stays on time. In A
2. Okt. 20254 Min. Lesezeit


Turkey I: Time Travel on the Hippie Trail
Namik Çolpan at his Pudding Shop in Istanbul He sits quietly in front of his restaurant, a glass of tea in hand, his gaze fixed on everything: cars zipping along the street; people hurrying past between the Blue Mosque and Hagia Sophia; and, of course, especially those turning in from the sidewalk and passing him to enter the Pudding Shop. Namik Çolpan watches them with satisfaction and says, “We are world famous.” He’s actually right, and he should know, because he owns the
2. Okt. 20253 Min. Lesezeit


Greece III: A Refugee in a Holiday Paradise
Votsala Hotel in Lesbos Whenever Zaki must leave his refuge, he prepares for the worst: being jostled. Having people demonstratively hold their noses as they walk past him. Having them shout, „go back to where you came from! We don’t want you here.” He says he’s experienced this often enough since arriving on the Greek island of Lesbos as a refugee in 2017. Mytilene, the island’s lively capital, has always been tricky territory for him. But Zaki, who out of caution only gives
2. Okt. 20254 Min. Lesezeit


Greece II: In the Pool of the Gods
Banieres of Nafplio Greece II: In the Pool of the Gods Three powerful strokes to the edge of the pool, one more inhale, and then the turn. How wonderful it is to breathe in the sea air; to feel the saltwater carrying you; to see the sand, the stones and the seaweed at the sea bottom; to feel like a fish among fish - and all for exactly 20 lanes. That’s already a nice morning workout: 20 x 50 meters. And where could it be nicer than in this pool in the sea? Building a swimming
2. Okt. 20253 Min. Lesezeit


Laos: Nuis sagenhafter Saftladen
Nui Sinjar Vongnorkeo vor ihrem Früchtetisch in Vientiane Kennst du das Land, wo die Papayas blühen? Und dazu noch Mangos und Ananas, Drachen- und Jackfrucht und und und. Laos ist so ein Land, ein Paradies für Früchte und für Fruchtliebhaber. „Dahin! Dahin“, würde Goethe womöglich heute raten, und ziemlich sicher würde er damit jenes kleine Lokal in der Hauptstadt Vientiane meinen, in dem sich die ganze Ernte aus dem Garten Eden sammelt. „House of Fruit Shakes“ steht über de
27. Sept. 20253 Min. Lesezeit


Thailand: Spätes Glück
Otto Keiser in Hua Hin Ein kleines Haus mit blauem Dach und ein üppig-grüner Garten - da ist Otto Keiser jetzt zu Hause. Auf die Wiese zeigt er und sagt: „Hier mache ich morgens Yoga“. An den Bananenstauden streift er vorbei und merkt an: „Die muss ich ernten, bevor die Affen kommen.“ Zu den kleineren Problemen zählen noch die Schlangen, die ab und an in der Küche vorbeischauen. Doch das erzählt er nur nebenher. Das fällt kaum ins Gewicht angesichts des Großen und des Ganzen:
22. Sept. 20254 Min. Lesezeit


Greece I: The Jews of Ioannina
The ancient synagogue in Ioannina: Jews only come as visitors The synagogue lies hidden behind a high stone wall. The Hebrew words “Baruch Hashem,” blessed be God, or in colloquial usage, thank God, is carved into the stone. This was once a place of living prayer. Today, it is above all a place of remembrance. “Five thousand visitors come here each year,” says Allegria Matsa over the phone. “They come from Israel, but also from the US, Sweden, and France.” But anyone who arri
16. Sept. 20253 Min. Lesezeit
herr Peter
arbeite 35 Jahre für die Süddeutsche Zeitung als Redakteur und Auslandskorrespondent. Er berichtete aus Krisengebieten vom Balkan über Afghanistan bis zum Nahen Osten. Buchveröffentlichungen in Roman- und Reportageform. Ausgezeichnet mit dem Nannen-Preis, dem Reporterpreis und dem Theodor-Wolff-Preis. Geboren in Witten 1960, aufgewachsen im Rheinland.
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